Project Description

Künstlerische Leitung/Choreografie:
Nadja Raszewski

Produktionsleitung
Daniela Grosset

Videoinstallation/Sound:
Johannes Schuchardt

Rauminstallation
Ronja Glesczinsky
Oliver Raszewski

Kostüme
Birgit Strasser Ney

Tanz/Kreation
Leanore Ickstadt
Iris Richter
Emma Lusena Ash
Sunia Asbach
Camilla Przystawski
Christina Wüstenhagen

Lea Svenja Dietrich
Johanna Jörns
Johannes Schuchardt

Premiere
31. August 2018

Vorstellungen:
1.,7.+8.9. und 5.+6.10. 2018

Wer bin ich, wo gehe ich hin
und wie viel Zeit bleibt mir dafür?

ist die Grundfragestellung der künstlerischen Auseinandersetzung in der neuen Produktion „timeline“. Wie begegnen sich unterschiedliche Generationen? Wie findet ein Austausch von Erfahrungen statt? Was genau bezeichnet der Begriff „generationsübergreifend“?
Gemeinsam mit 6 professionellen Tänzerinnen von 17 bis 80 Jahren hat sich die Berliner Choreografin Nadja Raszewski diesen Fragen gestellt.

Das individuelle Erleben von Zeit ist so unterschiedlich, wie die Persönlichkeiten, die sich hier auf der Bühne begegnen. Ihre Erfahrungen als Tänzerinnen, ihre Perspektiven auf Tanzgeschichte, ihre ästhetischen Prägungen, Arbeitsweisen, Berufswege und Lehrmeister könnten unterschiedlicher nicht sein.

Leanore Ickstadt (*1938) ist ausgebildet und beeinflusst von Tanzlegenden wie Mary Wigman, Martha Graham, Doris Humphrey und José Limon. Sie hat 1981 die TanzTangente gegründet und als zeitgenössische Choreografin maßgeblich die Berliner Tanzgeschichte mitgeprägt.

Iris Richter (*1944) arbeitete als Ballett Solotänzerin an der Hamburgischen Staatsoper, u.a. mit den Choreografen George Balanchine, John Cranko und Marcel Marceau und arbeitete viele Jahre als Tanzlehrerin. Seit 2003 ist sie Geschäftsführerin der TanzTangente.

Emma Lusena Ash (*2001) folgt ihrer Berufung zur Tänzerin seit ihrem 6. Lebensjahr. Sie verbringt ihre gesamte Freizeit in Tanzklassen, Tänzertrainings, Workshops und auf Festivals. Sie tanzt u.a. in der Jugendcompany der TanzTangente CeWe24. Nebenbei macht sie ihr Abitur.

Zwischen diesen beiden Generationen bewegen sich die Tänzerinnen Sunia Asbach (*1988), Camilla Przystawski (*1992), Christina Wüstenhagen (*1989). Sie sind die Sammlerinnen, die Suchenden, die Experimentierenden. Ausgebildet in zeitgenössischem Tanz, Ballett, Hip Hop, Martial Arts und Tanzpädagogik samplen sie nicht nur Tanzstile, sondern auch die Geschichten ihrer Mittänzerinnen durch alle Generationen hindurch.

Durch ihre langjährige Arbeit als Choreografin, Tanzpädagogin und künstlerische Leiterin der TanzTangente schlägt die Choreografin Nadja Raszewski (*1963) die Verbindung zwischen den Generationen. Sie akzeptiert keine Tabus oder Klischees, die dieses Thema beinhaltet. Vielmehr lässt sie sich mit ihrer eigenen Lehrmeisterin auf einen gemeinsamen Prozess ein und inszeniert sie auf der Bühne. Das verlangt Mut, Neugier, Humor und ein großes Vertrauen auf allen Seiten und das kann man in  „timeline“ auf sehr pure Art erleben. Die Tänzerinnen verkörpern gelebte Tanz-, Lebens- und Zeitgeschichte. Tanz ist ihr Medium, um sie zu erzählen.

Unterstützt werden sie dabei durch die Sound-Videoinstallationen von Johannes Schuchardt (*1988), selbst Tänzer und Mediaartist, den Tänzerinnen Johanna Jörns und Lea Dietrich und den Raum-Installationen von Oliver Raszewski (*1962) und der bildenden Künstlerin Ronja Glesczinsky (*1990). Ihre Arbeiten haben einen sehr starken Körperbezug und führen die Zuschauer durch entschleunigende Erinnerungsräume.

„Ich denke, ich weiß, wer ich bin. Ich würde gern dahin gehen, wo ich mich selbst überrasche und es bleibt mir höchstwahrscheinlich nicht ausreichend Zeit dafür – was keinen Hinderungsgrund darstellt.“
Leanore Ickstadt

Die Produktion ist gefördert vom Kulturamt Steglitz-Zehlendorf/Dezentrale Kulturarbeit.